Funk AKA Speedometer
Musik hat meine Nachbarschaft zerstört

Platten-Review: Juli 15

Es ist schwierig die Menschen zum Lesen animieren. Man kann sich noch so grosse Mühe geben, recherchieren, Interviews führen und das alles in wunderbare Worte fassen, doch am Ende bleibt bloss der Text. Im Strudel des Internets gehen die Worte unter. Videos schaffen es hie und da ein Schmunzler auf die sonst bleichen Gesichter zu zaubern, doch auch nur, wenn sie nicht länger als 7 Sekunden dauern - zu mehr Konzentration sind wir nicht mehr fähig. Es ist an der Zeit wieder bewusster Dinge zu tun. Zum Beispiel Musik hören. Doch da man heute nur noch mit Schlagzeilen Klicks generiert, hier gleich 4 Headliner: Das Beste aus dem Plattenschrank! von St Plomb, GDS.FM, Rina Lou und dem OOR.

St Plomb | Lausanne: The Disciples Present BoomShakaLacka Sound System. Sometimes you have a record in your collection and it needs someone else to reveal its potential. The dub fan that I was in the late 90's discovered this great plate in a specialised shop in Bruxelles (hey Peter). But it took my mate Crowdpleaser to play it at dawn as we were back-to-back'ing somewhere I can't remember to fully realise this could also be an incredible club track. The Disciples are a UK dub band of which I won't bother copy-pasting the wiki page. Of course the bonds between techno and dub has since largely been explored notably in Berlin by the likes of Mauritzio and the whole Basic Channel scene, but this here is rawer, uncompromising and meant for sound-systems rather than clubs. Playing it in the latter type of venue required a bit of eq'ing but could be pretty rewarding for the ones who dared…


GDS.FM | Zürich: GLENN ASTRO - THROWBACK. Irgendwie fallen einem beim Hören ein bisschen UK-Garage auf, etwas Glitch, eine Prise durchaus tanzbarer House und halt eben die Hip-Hop- und Funk-Einflüsse, die dem Werk diesen sexy groovigen Touch geben – nennen wir es einfach „Tartelet“. Denn das Label hat es mehr als verdient, einen eigenen Genrestil zugeschrieben zu bekommen. Hier gehts zum ganzen Review!


Rina Lou | Zürich: Was passiert, wenn sich Jon Charnis und Hands Free treffen und die Beiden eine Nacht lang in ihrem Studio rumtüfteln? Genau – es entsteht ein Track, der den House-Trend dieses Jahres wohl kaum besser zusammenfassen könnte. Den in L.A. ansässige Jon Charnis kennen wir spätestens seit seinem Durchbruch mit Prophecy auf Innervisions, und diesen Sommer veröffentlicht er auf einer Compilation von Connaisseur Recordings ein weiteres Meisterwerk. Mit seinem epischen Break ist der Track „Leviathan“ aus der Variouis Artist Compilation BT5 nicht wegzudenken – und lässt Herzen höher schlagen.


OOR-Rec | Zürich: Vito Ricci "I Was Crossing A Bridge" (Music From Memory/2015) Dank dem grossartigen Label "Music From Memory“ (das seinen Namen von Vito Ricci’s zweiten Album hat) gibt es einen weiteren interessanten und abwechlungsreichen Musiker zu entdecken! Vito Ricci fing als Perkussionist in der freien New Yorker Jazzszene der 1970er Jahre an und trat später mit diversen Punkbands auf. Seine, hier versammelten und zum ersten Mal wiederveröffentlichten, Soloproduktionen von 1983-1985 mit Synthesizern und Drummachines bewegen sich zwischen minimalem, sphärischem Ambient und Leftfield Boogie, zwischen Steve Reich, Arthur Russell und Suicide. File under: Blank City Calling, Synthesize Me, Beautiful Repetitions...


Grosses Dankeschön an dieser Stelle an die Künstler, welche ihre persönlichen Schätze mit uns teilen. Unterstützt noch heute die Kunst, sie ist wichtiger Bestandteil unserer Gesellschaft! Supportet die Künstler, besucht ihre Auftritten und kauft ihre Musik. So können wir auch in Zukunft Musik von grossartigen Künstlern geniessen.

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