Disco aus der Retorte
Joggen immer nur ohne Musik

Platten-Review: Juni 15

Da die Tage zurzeit sehr lange und die Nächte dem entsprechend kürzer sind, hat man weniger Zeit, um sich im Nachtleben mit neuer Musik einzudecken. Deshalb haben wir bei einigen Akteuren nachgefragt, was denn bei ihnen so angesagt ist. Doch hör selbst, möglicherweise ist deine Sommermusik dabei!

Jack Pattern | Zürich: Golden Teacher - Do Not Go Gentle Into That Good Night. Der Titel sagt schon einiges was einen erwartet wenn man sie Live hört. Komplexe Rhythmusstrukturen, Psychedelische Layers, 80er Niños del Parque Stimme, das ist Golden Teachers. Die EP ist wohl nicht ganz repräsentativ, denn was diese Personen machen ist Live nochmals mächtiger und viel Partytauglicher. Kürzlich an der Bad Bonn Kilbi haben sie kurzerhand das Publikum zum ausrasten gebracht. ich würde nicht nur ein Auge auf diese Band werfen in Zukunft, sonder gleich meine beide Ohren.


GDS.FM | Zürich: Vielleicht hat mich ja das Artwork von Aleksandra Waliszewska zuerst in den Bann gezogen, dann wars aber schnell diese Musik auf dieser grandiosen 4-Track-EP. „Like A Fish“ klingt als ob Michael Rother und The Cure bei dem Aufnahmen zu Jose Padillas neuem Album dabei gewesen wären. Balearischer Gitarren-Porno vom allerfeinsten.


Signore Sarno | Zürich: hallo opa, von wem ist nochmal dieser schön song? ju kohl mi hu ju aah.

die dj-kicks reihe von k7! trage ich ganz tief im herzen. aber ein toteres format als dj-mix-cd’s im jewel case inklusive supercoolem künstlercover gibt es wohl auch nicht. aber mit der neuen ausgabe wurde in der s-klasse der mix-cds nicht einfach nur ein weiterer hammerkünstler, das superinnovative zeitgeistige künstlerkollektiv oder ein ausnahme-dj’s-dj beauftragt. sondern der gebürtige flensburger dj koze. und der weiss, wie man kassetten zusammenstellt, leute mit langspielern nicht langweilt, wie man die lustigsten skits seit rap einbaut. heyhey fischmob, heyhey international pony. heyhey adolf noise. heyhey.

alles, was der mann in die länge zieht, wird so richtig langfädig unlangweilig, drückt gleich von alleine den repeat-button und schranzt gleich ein lächeln auf die lippen so schön wie rammelwolle, dass sich die weiber hier gleich vor angst in die hose kacken. uuuuuups.


St Plomb | Lausanne: Henri Salvador - Duke, Basie & Louis. I have a little obsession with the early drum machine Maestro Rythm King. It looks like a vintage hifi amplifier, sounds like what an old moustached guy in a z-rated bar would use to compliment his ambient synth pop covers, but… since Sly Stone put his funky hands on it, you've heard it everywhere in the 70's : Norman Whitfield used it on his best Temptations productions - precisely to emulate Stone's psychedelic soul mood, you heard it on Timmy Thomas "Why Can't we Live Together", or the beautiful "Aht Uh Mi Hed" by Shuggie Otis. But what where the odds to find it in a Henri Salvador's song ? If you're not french, you might not know of this crooner from Guyane who's famous for his jazz and bossa crooning ("Syracuse, Jardin d'hiver") and for more comic singing ("Zorro est arrivé"). I recently stumbled upon this : "Duke, Basie et Louis". It is the B-side of a 1973 7", and it's rare as hell. The way the jazz guitar plays around the drum machine metronomic shuffle is a delight, although I can't find any info on the staff here. So I'll let it to what is is, Salvador's love declaration to three famous jazzmen and mine to the Maestro Ryhtm King drum machine.


OOR-Rec | Zürich: Georgia Anne Muldrow - A Thoughtiverse Unmarred (Mello Music). Billie Holiday, Nina Simone, Alice Coltrane, Betty Davis, Bahamadia, Erykah Badu, Lauryn Hill und nun Georgia Anne Muldrow.


Wir möchten wieder unseren Dank den Künstlern aussprechen, dafür, dass sie bereit waren, um mit uns ihre Lieblingsmusik zu teilen. Supportet sie, besucht sie bei Auftritten und kauft ihre Musik, damit wir auch in Zukunft Musik von grossartigen Künstler hören dürfen.

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