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Review: Young Marco - Sorry For The Late Reply

Platten-Review: November 2015

Zwei Stadtzürcher Plattenläden teilen diesen Monat ihre Schätze mit uns. Der OOR-Records und der HUM-Records. Bei beiden sind wir regelmässig zu Besuch und entdecken bei ihnen, dank ihnen, immer wieder neue Musik. Den Auftakt mach aber diesen Monat Mr. St Plob, der uns mit tollen Disco- und Boogieplatten beglückt. Abgerundet wird das Platten-Review wie immer von GDS.FM.

St Plomb | Lausanne: Duke Laser and the hyperlinks. Ok, this time its a three-in-one. My first intent was to review the famous Brenda Harris disco boogie "Making Love Will Keep You Fit", a 10 minutes floor killer from 1978 with one of the best bass lines ever, period. I play it regularly and it's almost always the same scenario : By minute 3 it has emptied out the floor, come the 6th and you have a packed floor again. In the meantime, just boogie magic. So I started researching about this one-hit wonder, only to find out that the author and producer is the too little known Wilbert Moore, a.k.a Duke Laser, who happens to be behind a handful of very good proto hip-hop disco-funk tracks (South Bronx's "The Bottom Line" to name but one on my playlist). But it's a small world : He even played guitar in a band that's dear to my heart, Prince Charles Alexander's City Beat Gang, notably on a track, "In The Streets" which I sampled on my very first release about 15 years ago. What do you know... It was called "Engine", and the story's better than the track.


OOR-Rec | Zürich: LIQUID LIQUID - Die EP's. Selten war eine Band so ganz in ihrer Zeit und, gleichzeitig, ihr so voraus. Liquid Liquid entstand in New York Citys spannender Downtown-Szene der frühen 1980er Jahre und wurde von Sänger Sal Principato, Schlagzeuger Scott Hartley, Bassist Richard McGuire und Marimba-Spieler Dennis Young gegründet. Sie traten in Underground-Clubs und Galerien auf, neben anderen No Wave/Disco Not Disco Bands wie ESG, Konk, James Chance & the Contortions, und entwickelten ihren bahnbrechenden Stil - eine Verschmelzung von unwiderstehlichen Basslines, Junkyard Schlagzeug und frei fließenden Texten. Ihre drei EPs - Liquid Liquid, Successive Reflexes, Optimo - die alle ursprünglich auf dem legendären New Yorker Label 99 Records erschienen, inspirierten sowohl Hip-Hop (Grandmaster Melle Mel, LL Cool J) sowie Dancefloor-Rock der frühen Nuller Jahre (LCD Soundsystem, DFA Records) und noch einige mehr...

File under: Downtown Calling, Postconcept Punkster, Kill Yourself Dancing, Superior Viaduct...


HUM Records | Zürich: Dr. Yen Lo (KA & Preservation) - Days With Dr. Yen Lo

Hätte 60er LSD Hohepriester Timothy Leary eine Rapperkarriere angestrebt, das Resultat könnte sich wie folgend beschrieben anhören.

"Preservation" baut halluzinierende, langsam vor sich hinschleifende Voodoorituale in Beatform, während "KA" Codeinedurchtränkte, monotone Reim-Mantras vor sich hinmurmelt bzw rappt. Atmosphärischer Rap-Trance in Zeitlupe, der, unüblich für Hip Hop, weitgehend auf Drums verzichtet. Diese radikale, musikalische Reduziertheit verstärkt, meiner Meinung nach, den trippigen Charakter des 12 Tracks starken Albums immens.

Inhaltlich stützt sich "Days With Dr. Yen Lo" lose auf Richard Condon's Antikriegsroman "The Manchurian Candidate" aus dem Jahre 1959.

Mein absolutes Highlight im Rapjahr 2015. Aber Vorsicht, wer Party Musik erwartet, wird hier nicht bedient. Strictly for the bedroom listeners.


GDS.FM | Zürich: Schon seit ihrem Erstling 2011 auf Gilles Petersons Imprint Brownswood Recordings fällt diese äusserst merkwürdige britische Retro-Afrofunk-Combo namens Owiny Sigoma Band sehr erfrischend auf. Jetzt, mit dem Drittling „Nyanza“ (benannt nach der Provinz in Kenya, in der das Album eingespielt wurde) kommt wohl niemand mehr drum herum, sich mit der Musik der sechs Musiker rund um die drei Masterminds Jesse und Louis Hackett sowie Tom Skinner auseinanderzusetzen. Hier das ganze Review lesen..


Grosses Dankeschön an dieser Stelle an die Künstler, welche ihre persönlichen Schätze mit uns teilen. Unterstützt noch heute die Kunst, sie ist wichtiger Bestandteil unserer Gesellschaft! Supportet die Künstler, besucht ihre Auftritte und kauft ihre Musik. So können wir auch in Zukunft grossartige Musik geniessen.

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