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Review: Stump Valley - Magica Movida EP

Zum ersten Mal in Kontakt mit den beiden Amerikanern von Stump Valley bin ich durch ihre EP Hollywood gekommen. Auf dieser vor allem der Track The Black Tulip Eindruck auf mich gemacht hat. Seit längerem sind sie als DJs tätig und sehen sich auch als solche - nicht als Produzenten. Eines Tages jedoch packten sie ihre Sachen, also ihr gesamtes Studio, platzierten es an einem Ort ohne Internet und TV und produzierten so 2 Jahre lang Musik. Sie produzierten, bis sie der Meinung waren, genug beisammenzuhaben, um es der Welt zu präsentieren. Jetzt wird ihre Musik auf Labels wie Off Minor Recordings, Uzuri und Rush Hour no'label releast.

Auf ihrer aktuellen Doppel-EP geben Stump Valley ihrem Sinn für organische Klänge Ausdruck. Mal down Tempo, mal etwas schneller, finden sie ihren Weg durch eine Welt voller Perkussion und Synthesizer. Grosses Augenmerk wurde bei diesem Album auf die Zusammensetzung der Elemente gelegt. Mal aneckend und aggressiv, dann wieder wohltuend stimmig mit viel Gefühl, aber immer energiereich und bestimmt.

Das erste Stück auf der Platte, Oceans Refuse No River, kommt gut ohne Baseline aus. Die rhythmischen Elemente ziehen sich durch von Anfang bis Ende. Ausgehaltene Töne bilden einen sphärischen Kontrast zum reissenden Kick und gleich anschliessend, wird in einem zweiten Teil des Stücks die Perkussionselemente aus dem ersten Teil mit viel Bass angereichert. Diese Erweiterung machen aus Oceans Refuse No River einen vollwertigen Track ganz nach meinem Gusto.

Die B-Seite der ersten Platte ist wesentlich rustikaler und wilder. Oceans Refuse No River (Drum Tool) ist, wie im Namen zu erkennen ist ein Drum Tool, das voller Rhythmus und purer Perkussion ist. Die eingestreuten Affengeräusche verleiben dem Stück einen wilden Dschungeltouch ein.

Flötenklänge und massive treibende Basedrum erwarten uns auf Ritmo Maroleandro. Der abgesehen von der Perkussion minimalistische Track hat ebenfalls sehr wilde Züge und erinnert stark an eine Jagdszene aus einem Dokumentarfilm. In zwei Begriffen ausgedrückt: massiv und wild.

Wieder abgerundeter ist Sunshine Hotel. Im Vergleich mit den vorhergehenden, teils sehr experimentellen Stücken, hat dieses einen schönen Aufbau und alle wichtigen Elemente sind vorhanden. Auffallend ist die tiefe Baseline, welche neben den Melodien das Stück prägt und ausmacht.

Experimentell geht es auf der letzten Seite zu und her. Betitelt wurden die Stücke mit Escape from L.A. (Mtrpls mix) und Escape from L.A. (Mtrpls Cyborg Run Intro). Wobei das Intro das Outro der Platte ist und eine Virtuose Ansammlung an Synthesizer tönen beinhaltet. Die Bezeichnung Mtrpls ist ihr selbst kreiertes Alias, mit dem Stump Valley ihrer urbanen Seite eine Plattform geben.

Ein sehr interessantes Duo, das mit ihrer vielfältigen Musik und der darin vorhandenen hohen Qualität bestimmt noch viel von sich hören lässt.

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