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Rückblick: Into The Valley

Tief in den schwedischen Wäldern fand zum ersten Mal das Into The Valley Festival statt. Weit über Landesgrenzen hinaus wurde das Festival als Highlight betitelt, denn es wartete mit einem Line-Up der Extraklasse auf. Die Organisatoren, die alle aus dem Stockholmer Nachtleben kommen, schafften es, die grössten Namen aus dem elektronischen Untergrund zu buchen und selbst dabei, so scheint es, gingen sie mit viel bedacht vor.

Der Kalksteinbruch in Dalhalla wurde so zum Treffpunkt für Connaisseure der Elektronischenmusik. Aus dem ganzen Land machte man sich auf den weiten Weg in den Norden, mit dem Bewusstsein, dass man über die zwei Tage mit richtig guter Musik beschallt werden würde. So war es dann auch. Das Festival liess keine Wünsche offen!

Unser Festivaltag begann mit DJ Harvey, der Brite heizte am Nachmittag mit House und Disco ein. Da sich das Festivalgelände erst langsam füllte, hatte man etwas Zeit, die Umgebung aufzunehmen. Die hohen Gesteinswände machen einen imposanten Eindruck. Man ist umgeben von Wald, Stein und guter Musik. Die als Freiluftbühne konzipierte Location bietet den idealen Ort für ein Festival dieser Art.

Täglich betraten etwa 3000 Menschen das Gelände, wobei gesagt werden muss, dass keiner der beiden Tage ausverkauft war. Doch genau das machte das Festival so speziell. Man hatte Platz, man hatte Zeit, man war in mitten fröhlicher Menschen, die alle aus dem einen Grund in den Steinbruch runtergestiegen sind, nämlich um Musik zu hören.

Von Festivalseite her, wurde auch alles dafür getan, damit der Hörgenuss so gross wie möglich wurde. Der Standort unterstützte dies, die Akustik bei der grossen Bühne war phänomenal, trotz angrenzenden Wänden, war kein Hallen zu vernehmen. Nur klare Klänge egal ob tief oder hoch. Dasselbe bei der kleineren Bühne. Diese ist höher gelegen, jedoch im direkten Beschallungsfeld der Hauptbühne. Man wurde dadurch nicht gestört.

Die artistischen Highlights waren: DJ Harvey, Floating Points, Motor City Drum Ensemble, Dixon & Âme (Christian), John Talabot, Baba Stiltz & Kornél Kovacs, Aril Brikha, Axel Boman und Nicolas Jaar.

Bei Festivals weiss man ja nie genau, ob sie jedes Jahr durchgeführt werden können. Finanziell stehen diese Organisationen immer auf etwas wackligen Beinen. Ich hoffe jedoch, dass es sich beim Into The Valley nicht um eine Eintagesfliege handelte. Auch wenn das Line-Up im nächsten Jahr nicht mehr so unglaublich daherkommen sollte, ist es trotz allem ein Erlebnis, welches man auf keinen Fall missen darf.

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