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Review: Duke Slammer - Bangkok Skytrain

Kennst du die Bilder der 90er Jahre, auf denen von vielen Smiley T-Shirts getragen wurden? Weisst du, wofür diese standen? Nein? Dann zuerst eine kleine Geschichtsstunde in Sachen Acid House oder auch generell House Musik. Falls du gerade auf der EDM Welle surfst und durch reinen Zufall auf diesem Blog gelandet bist, wirst du wohl erstaunt sein das es House nicht erst seit der Swedish House Mafia gibt. House kam 1987 via Ibiza nach Europa und verbreitete sich via England auf dem ganzen Kontinent.

Die Jünger des Acid House fanden sich zuerst in einem Club mit dem Namen Shoom in London oder der Hacienda in Manchester und von dort aus wurde das Maskottchen, das Smiley, zum Symbol der Ravebewegung und des second summer of love. Als second summer of love gelten die Sommer 1988/89, als Acid House und die Partydroge Ecstasy immer populärer wurden. Als Erfinder des Acid House gilt DJ Pierre aus Chicago, welcher seine House Tracks mit den Drums des Roland TB303 eine härtere Baseline versetzte.

Falls du dich nun für die Geschichte von House interessierst, kann ich dir Laurent Garniers Biographie Elektroschock nur empfehlen! Und wenn du keine Bücher liest, Wikipedia hilft dir auch ein bisschen weiter.

Der Grund für die kleine Acid Geschichtsstunde liegt natürlich daran, dass Duke Slammers neue EP auf dem Label Cosmic Pint Glass ein Acid Release ist.

Bangkok Skytrain ist das dritte Release des Labels und kann sich nahtlos einreihen. Ihre Releases sind immer etwas Acid, langsamer als 120BPM und treffen meinen Geschmack ziemlich genau. Der Name Bangkok Skytrain ruht daher, dass Duke, während einer Reise, Sounds und Geräusche in der tropischen Hitze Thailands aufgenommen hat. Diese liess er durch die Drums des 303 fliessen und daraus entstand eine EP, mit zwei Tracks und zwei Remixes.

Bangkok Skytrain und Just Drums bilden die A-Seite der Maxi. Der Titeltrack beginnt mit ruhigen Piano Keys, fast sinnlich und verkörpert die Sounds von Thailand. Die Ruhe währt aber nicht lange, denn nach 32 Sekunden kommt die Baseline, welche mit leichten Acid Elementen und einem guten Groove beschmückt, die Füsse zum Tanzen bringt. Der Track ist sehr bedacht aufgebaut. Nach jedem idyllischen Break erscheint die Baseline mit dem gleichen Grundbeat, doch steigern sich die Acid Keys jedes Mal wieder, und jedes Mal anders, was den Track so wunderbar unvorhersehbar macht. Der 303 in den Händen eines wahren Könners. Die Thailandaufnahmen sind herrlich verpflanzt, können aber nur bei sehr genauem Hinhören wahrgenommen werden.

Just Drums dagegen enthält, was der Trackname verspricht, nur Drums. Für mich ein Typisches DJ Tool, 118 BPM schnell, sehr dubbig und monoton. Eignet sich perfekt für einen Stilwechsel im Set oder zum Anpassen der Geschwindigkeit.

Die B-Seite mit den zwei Remixen für Bangkok Skytrain kommen von Simple Symmetry und Point G.

Der Simple Symmetry Remix kommt rauer daher als das Original. Härtere Drums, keine ruhigen Breaks, lautere geloopte Synths und typisch für die zwei Moskauer ein perfektes Vocal Sample um dem Track noch mehr Stärke zu verleihen. Ganz im Gegensatz zu Point G's Interpretation, welche mit 93 BPM stark verlangsamt wurde und keinen Vierviertel Takt enthält. Eigentlich ist es auch kein Remix, Point G nennt es zurecht Cosmic Commute. Sehr sphärisch, kosmisch hebt der Bangkok Skytrain ab, verwandelt sich in ein Raumschiff und steuert dich durch die Unendlichkeit des Weltalls. Definitiv mehr zum zu Hause hören im dunklen Zimmer als im Stroboskoplicht des Clubs.

Vinyl gibt's z. B. bei Deejay.de, Digital beim Händler deines Vertrauens.

Bis Acid,

Cheerio

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